ISLAMABAD: Fitch Ratings warnte am Dienstag, dass stärkere Ausgabenkürzungen als erwartet, insbesondere der anhaltende Rückgang der Investitionsausgaben, die mittelfristigen Wachstumsaussichten belasten könnten. In seiner Überprüfung des Bundeshaushalts 2026–27 sagte Fitch, Pakistan behalte ein klares Bekenntnis zur Haushaltsdisziplin im Rahmen des Programms des Internationalen Währungsfonds bei, indem es einen Primärüberschuss von 2 Prozent des BIP und ein Gesamtdefizit von 3,6 Prozent des BIP anstrebe. Dies folgt auf eine starke Leistung im Geschäftsjahr 26 mit einem prognostizierten Primärüberschuss von 2,5 Prozent des BIP, der auf aggressive Ausgabenkürzungen zurückzuführen ist, und einem Provinzüberschuss von 1,1 Prozent des BIP, der die Erwartungen übertrifft. Angesichts der Herausforderungen bei den Einnahmen stützte sich die Haushaltskonsolidierung stark auf Ausgabenkürzungen, insbesondere auf Kürzungen der Investitionsausgaben, wie im Geschäftsjahr 2026, wie Fitch feststellte. Obwohl dies den kurzfristigen Defizitabbau unterstützt hat, wird es schwierig sein, es als mittelfristige Strategie aufrechtzuerhalten. „Anhaltend niedrige Investitionsausgaben könnten das mittelfristige Wirtschaftswachstum belasten, die künftige Mobilisierung von Einnahmen einschränken und die Schuldendynamik erschweren“, hieß es und fügte hinzu, dass der Spielraum für weitere Kürzungen kleiner werde, was den Kompromiss zwischen Haushaltsanpassung und Wachstum verschärfe, da der Ausgabendruck von einer unterdrückten Basis aus zunehme. Lobt die Haushaltsdisziplin, sieht aber das Steuereinnahmenziel für das Geschäftsjahr 2027 als herausfordernd an Andererseits heißt es, dass die politische Dynamik der Haushaltskonsolidierung die kurzfristigen Haushaltsaussichten verbessert, Pakistan jedoch weiterhin relativ anfällig für Inflation und mangelnde Leistung bei der Steuererhebung bleibt. Daher bleiben die Haushaltsprognosen von Fitch vorsichtiger als die der Regierung und verdeutlichen die Risiken rund um die wichtigsten Ziele. Es stellte fest, dass das Erreichen des Primärüberschusses für das Geschäftsjahr 27 davon abhängt, dass die Einnahmen im Vergleich zu historischen Trends nachhaltig übertreffen, was angesichts struktureller Schwächen in der Steuerverwaltung und einer begrenzten Pipeline neuer Steuermaßnahmen eine Herausforderung darstellt. Die Steuereinnahmen des Bundes im Geschäftsjahr 26 werden offiziell voraussichtlich 0,7 Prozentpunkte des BIP unter dem Zielwert liegen, was die anhaltenden Herausforderungen bei der Erreichung ehrgeiziger Einnahmenziele unterstreicht. Das Steuereinnahmenziel für das Geschäftsjahr 2027 (10,6 Prozent des BIP) würde einen Rekordwert erreichen und auf einer verbesserten Erhebung im Geschäftsjahr 26 aufbauen. Die nichtsteuerlichen Einnahmen, einschließlich Gewinntransfers der State Bank of Pakistan, dürften im Geschäftsjahr 27 zurückgehen. Die Abhängigkeit von einem großen Provinzüberschuss sei angesichts historischer Schwankungen und Koordinationsschwierigkeiten zwischen Bundes- und Provinzregierungen eine weitere Quelle der Unsicherheit, stellte Fitch fest. Aufgrund des großen Bestands an kurzfristigen Inlandsschulden Pakistans und der hohen Marktrenditen bleiben die Zinskosten strukturell hoch. Ein steigender Leitzins bei steigender Inflation aufgrund höherer Weltenergiekosten erhöht das Risiko übermäßiger Ausgaben für Zinszahlungen. Das Zins-Einnahmen-Verhältnis des Budgets für das Geschäftsjahr 27 liegt voraussichtlich bei 39,1 Prozent und liegt deutlich über dem Median von 12,1 Prozent der mit „B“ bewerteten Mitbewerber. Dies schränkt die fiskalische Flexibilität ein und verdrängt vorrangige Ausgaben, was zu einer Schwäche in Pakistans Rating von „B-“ mit stabilem Ausblick führt. Auch Pakistans Gesamthaushaltsdefizit liegt mit 3,6 Prozent des BIP im Geschäftsjahr 27 weiterhin über dem Mittelwert von 3 Prozent des B-Ratings. Veröffentlicht in Dawn, 17. Juni 2026