ISLAMABAD: Pakistan habe nach internationalem Recht das Recht, sich gegen Angriffe aus Afghanistan zu verteidigen, sagte Hamish Falconer, Unterstaatssekretär des britischen Parlaments für den Nahen Osten, Afghanistan und Pakistan, am Montag und betonte gleichzeitig die Notwendigkeit von Dialog und regionaler Stabilität. Während eines Besuchs in Islamabad, um Sicherheitsbedenken mit hochrangigen pakistanischen Beamten zu besprechen, stellte der britische Beamte fest, dass jedes Land, das grenzüberschreitenden Bedrohungen ausgesetzt sei, das Recht habe, seine Bürger im Rahmen des Völkerrechts zu schützen. Die Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund steigender Spannungen und jüngster Gewaltvorfälle, die nach Angaben der pakistanischen Behörden mit terroristischen Gruppen in Zusammenhang stehen, die von afghanischem Territorium aus operieren. Im Gespräch mit Dawn drückte der besuchende Würdenträger sein Beileid zu den jüngsten Todesfällen in Pakistan aus und beschrieb die Sicherheitslage als zutiefst besorgniserregend. „Nachhaltige Lösungen“ „Niemand möchte irgendwo zivile Opfer sehen, weder in Pakistan noch in Afghanistan“, sagte der Beamte und fügte hinzu, dass die Herausforderungen, mit denen Islamabad konfrontiert sei, nicht isoliert seien, sondern weitreichendere regionale Auswirkungen hätten. Der Beamte betonte den breiteren Kontext und sagte, die von Afghanistan ausgehenden Sicherheitsbedrohungen blieben nicht auf die Grenzen Afghanistans beschränkt und könnten sich auf Nachbarländer und darüber hinaus auswirken. Er wies darauf hin, dass es für alle Beteiligten unerlässlich sei, gemeinsam an nachhaltigen Lösungen zu arbeiten. Er sagte, dass bei Treffen mit der pakistanischen Führung, darunter dem stellvertretenden Premierminister und Außenminister Ishaq Dar, eine Reihe regionaler und globaler Themen besprochen worden seien. Dazu gehörten die jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit einem Waffenstillstand im Iran, Bemühungen zur Gewährleistung der Stabilität in der Straße von Hormus und die Bedeutung der Aufrechterhaltung ununterbrochener globaler Handelsrouten. Die Gespräche konzentrierten sich auch auf Afghanistan, ein Land, das der britische Beamte als von zentraler Bedeutung für Frieden und Sicherheit in der Region bezeichnete. Der Beamte räumte Pakistans Bedenken ein und sagte, die britischen Behörden hätten in engem Kontakt mit ihren pakistanischen Amtskollegen gestanden, um die sich entwickelnde Situation besser zu verstehen. „Aus unseren Gesprächen geht klar hervor, dass Pakistan glaubt, dass einige der Bedrohungen, denen es ausgesetzt ist, von jenseits der Grenze ausgehen“, sagte der Beamte. „Das ist ein ernstes Anliegen und erfordert eine sorgfältige Beurteilung und Zusammenarbeit.“ Falconer verzichtete zwar darauf, Einzelheiten zu den privaten Gesprächen mit Dar zu kommentieren, bekräftigte jedoch, dass es vorrangig darum gehen müsse, eine weitere Eskalation zu verhindern. „Diplomatisches Engagement“ Er betonte die Bedeutung des diplomatischen Engagements zwischen Islamabad und Kabul, um gegenseitige Sicherheitsbedenken auszuräumen. „Der effektivste Weg nach vorne ist der Dialog“, sagte der Beamte und erkannte gleichzeitig die Frustration Pakistans über den aktuellen Stand der bilateralen Koordinierung mit Afghanistan an. „Es muss ein gemeinsames Verständnis zwischen beiden Ländern bestehen, um sicherzustellen, dass ihre Territorien nicht dazu genutzt werden, sich gegenseitig zu schaden.“ Ein weiteres zentrales Thema waren die langjährigen Beziehungen zwischen Pakistan und dem Vereinigten Königreich. Der Beamte beschrieb die Beziehungen zwischen den beiden Ländern als „tief und dauerhaft“, die über die Diplomatie hinaus bis hin zu starken zwischenmenschlichen Beziehungen reichten. „Unsere Beziehung ist nicht nur eine ausländische Partnerschaft; sie basiert auf gemeinschaftlichen Bindungen, die einer familiären Bindung ähneln“, sagte der Beamte. Zur Frage der afghanischen Flüchtlinge in Pakistan betonte der Beamte, wie wichtig es sei, internationale Rechtsstandards einzuhalten, räumte jedoch die damit verbundene Komplexität ein. Er wies darauf hin, dass die Angelegenheit in erster Linie Pakistan und Afghanistan gemeinsam angehen müsse. Der Beamte sagte, die Reise habe dazu beigetragen, die Zusammenarbeit zu stärken und das gegenseitige Verständnis zu vertiefen, und äußerte die Hoffnung auf ein anhaltendes Engagement bei kritischen regionalen Herausforderungen. Veröffentlicht in Dawn, 16. Juni 2026