Das Kassationsgericht von Rom, das höchste Berufungsgericht Italiens, veröffentlichte die vollständige Entscheidung, in der es die Auslieferung der ehemaligen Abgeordneten Carla Zambelli an Brasilien ablehnte, die vom Obersten Bundesgericht (STF) zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden war.  Die italienische Entscheidung betrifft den Auslieferungsantrag Brasiliens im Fall des Hackings in die elektronischen Systeme des Nationalen Justizrates (CNJ), ein Verbrechen, für das sie letztes Jahr vom Ersten Senat des Obersten Gerichtshofs für schuldig befunden wurde.  Verwandte Neuigkeiten: Die Justiz ordnet die Festnahme der von Carla Zambelli verfolgten Journalistin an. Italienisches Gericht gibt neues Urteil zugunsten der Auslieferung von Carla Zambelli ab. Für die italienische Justiz gibt es „mehrere Elemente“, die Zweifel an der Unparteilichkeit von Minister Alexandre de Moraes, dem Berichterstatter des Falles am Obersten Gerichtshof, aufkommen lassen. Dies liegt daran, dass er während des gesamten Prozesses verschiedene Rollen innehatte und nicht nur Richter war, sondern auch die Person war, die durch die als kriminell geltende Tat geschädigt wurde.  In der italienischen Entscheidung heißt es, dass „die Begründung in Bezug auf die Anhäufung der Funktionen des Opfers, des Richters erster Instanz, des Richters zweiter Instanz und des Vollstreckungsrichters in der Person von M.A.D.M. [Minister Alexandre de Moraes] unzureichend und unlogisch ist“. Das Kassationsgericht kam zu dem Schluss, dass Moraes in diesem konkreten Fall „unter Verletzung des Grundsatzes der Unparteilichkeit und Unabhängigkeit des Richters“ gehandelt habe.  Kurz bevor das Urteil rechtskräftig wurde, floh Zambelli im Juli letzten Jahres in die USA und dann nach Italien, dessen Staatsbürgerschaft er besitzt. Sie wurde in dem europäischen Land festgenommen, um auf die Entscheidung über den Auslieferungsantrag Brasiliens zu warten, wurde jedoch im Mai dieses Jahres freigelassen, nachdem das Verfahren abgelehnt worden war.  Allerdings wird noch ein zweiter Auslieferungsantrag beim italienischen Gericht bearbeitet und wartet auf eine Entscheidung des italienischen Kassationsgerichts.  In diesem Fall geht es um die Verurteilung der ehemaligen Abgeordneten wegen illegalen Besitzes einer Schusswaffe und illegaler Zurückhaltung in der Episode, in der sie im Jahr 2022 einen Revolver hervorholte und einen Journalisten durch die Straßen von São Paulo jagte.  Der Bundesgerichtshof oder das Büro von Minister Alexandre de Moraes haben hierzu noch keine Stellungnahme zur Entscheidung des italienischen Gerichts abgegeben.