Mykorrhiza-Pilze unter dem Mikroskop am AMOLF-Biophysikinstitut in Amsterdam gesehen. Die kreisförmigen Strukturen sind Sporen; Die Farben wurden geändert, um die Anzeige zu erleichtern. Tomás Munita Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich unter Ihren Füßen gerade eine der größten lebenden Strukturen auf dem Planeten befindet: ein dichtes Netzwerk mikroskopisch kleiner Pilze, das sich durch die Böden der ganzen Welt zieht, Pflanzenwurzeln verbindet und, ohne dass es jemand merkt, dabei hilft, das Klima der Erde zu regulieren. Eine am Donnerstag (11) in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie hat diese Infrastruktur erstmals kartiert – und die Zahlen sind beeindruckend. Um herauszufinden, wo diese Netzwerke am dichtesten sind und wo sie am stärksten bedroht sind, haben Forscher eine kostenlose interaktive Karte veröffentlicht, mit der Sie jeden Punkt auf dem Planeten erkunden können. Zugang hier (auf Englisch). Die Filamente dieser Pilze, Hyphen genannt, sind rund 110 Billiarden Kilometer lang. ☀️🌍 Um Ihnen eine Vorstellung zu geben: Diese Ausdehnung entspricht fast einer Milliarde Mal der Entfernung von der Erde zur Sonne. „Man kann die Bedeutung und Unermesslichkeit dieser Pilze kaum genug betonen“, sagte Justin Stewart, Hauptautor der Studie. „In nur einem Teelöffel Erde können sich bis zu 10 Meter Pilznetzwerk befinden.“ Trendvideos auf g1 Die Funktionsweise ist einfach zu verstehen: Diese Organismen heften sich an die Wurzeln von Pflanzen und tauschen sie aus. Sie nehmen Wasser und Nährstoffe auf – sie können mehr als 80 % des Phosphors liefern, den Pflanzen benötigen – und erhalten den durch Photosynthese erzeugten Kohlenstoff zurück. Deshalb kommen sie gemeinsam mit etwa 70 % aller Pflanzenarten auf der Erde vor. Am meisten Aufmerksamkeit erregt jedoch die Rolle des Klimas. Indem sie Kohlenstoff aus Pflanzen absorbieren und ihn in den Boden transportieren, entfernen diese Netzwerke jährlich umgerechnet 4 Milliarden Tonnen CO₂ aus der Atmosphäre – 11 % von allem, was die Menschheit ausstößt. Ohne sie würde dieser Kohlenstoff lose in der Luft verbleiben. Wo sind sie und warum gibt es Anlass zur Sorge? Um die Karte zu erstellen, analysierten die Forscher mehr als 16.000 weltweit gesammelte Bodenproben und nutzten künstliche Intelligenz, um die Dichte von Netzwerken in Regionen abzuschätzen, die noch nie zuvor untersucht wurden. Ein hochauflösender Roboter fotografierte mehr als 300.000 im Labor gezüchtete Filamente, um deren Dicke genau zu messen. Die NASA untersucht eine Anomalie im Erdmagnetfeld, die zu Chaos in der Kommunikation führen könnte Das Ergebnis zeigt, dass Prärien und natürliche Felder etwa 40 % dieser Pilzbiomasse konzentrieren. Globale Karte der Hyphendichte arbuskulärer Mykorrhizapilze, die in Verbindung mit Pflanzenwurzeln leben. Wahrheit & Schönheit/Moritz Stefaner/Justin Stewart/SPUN Orte wie die Florida Everglades, das tibetische Plateau und die Sümpfe im Südsudan weisen die höchste Dichte der Welt auf. Das Problem besteht darin, dass landwirtschaftliche Nutzpflanzen eine um etwa 50 % geringere Dichte aufweisen als diese natürlichen Umgebungen. Und Prärien werden viermal schneller in Ackerland umgewandelt als Wälder – und das fast ohne rechtlichen Schutz. „Pilze wurden in der Klima- und Naturschutzpolitik zu lange ignoriert“, sagte Toby Kiers, Geschäftsführer der Organisation, die die Studie leitete. „Jetzt ist es an der Zeit, diesen Kurs zu ändern.“ VIDEO: Macht Umweltverschmutzung den Himmel wirklich schöner? Macht Umweltverschmutzung den Himmel wirklich schöner?