Was zum Symbol der strategischen Autonomie Europas werden sollte, offenbarte am Ende die tiefe Spaltung, die innerhalb des Kontinents fortbesteht. Der Zusammenbruch des Future Combat Air System (FCAS), des ehrgeizigen deutsch-französischen Programms zur Entwicklung eines Kampfflugzeugs der sechsten Generation im Wert von fast 100 Milliarden Euro, stellt einen der größten Rückschläge in der jüngeren Geschichte der europäischen Militärkooperation dar. Meinungsverschiedenheiten zwischen Frankreich und Deutschland über die industrielle Führungsrolle, den Technologietransfer und die strategischen Prioritäten führten schließlich zur Blockade eines Projekts, das darauf abzielte, die Abhängigkeit Europas von den Vereinigten Staaten in Verteidigungsfragen zu verringern. Ist die nationale militärische Souveränität das Haupthindernis für den Aufbau einer echten europäischen Verteidigung? Oder spiegelt das Scheitern des FCAS tiefere Probleme in der politischen Integration des Kontinents wider? Wir analysieren es zusammen mit Waya Quiviger in dieser Ausgabe von Ventana Europa.