• Erneuerbare Energien, Wasserkraft und Kernenergie machen zusammen mittlerweile mehr als die Hälfte der installierten Erzeugungskapazität aus • PPIB hat 102 IPPs ermöglicht und über 35 Milliarden US-Dollar an ausländischen Investitionen angezogen LAHORE: Der pakistanische Energiesektor verzeichnete in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres eine stetige Verbesserung, wobei Wasserkraft, erneuerbare Energien und Kernenergie zum ersten Mal die Wärmekraft bei der installierten Erzeugungskapazität überholten, so der Pakistan Economic Survey. Unter Berufung auf relevante Zahlen wird eine allmähliche Verlagerung hin zu saubereren, einheimischen Energiequellen hervorgehoben, da die Regierung Maßnahmen zur Verbesserung der Energiesicherheit, Erschwinglichkeit und Nachhaltigkeit verfolgte und gleichzeitig die Abhängigkeit von importierten Brennstoffen verringerte. Die gesamte installierte Stromerzeugungskapazität stieg von 45.782 MW im Vorjahr auf 49.651 Megawatt (MW). Wasserkraft, erneuerbare Energien und Kernenergie machten zusammen 50,8 Prozent der installierten Kapazität aus und übertrafen damit die thermische Energie, deren Anteil von 56,7 Prozent vor einem Jahr auf 49,2 Prozent zurückging. Von Juli bis März erzeugte Pakistan 92.835 Gigawattstunden (GWh) Strom, wobei Wasserkraft, Kernkraft und erneuerbare Energien 53,1 Prozent der Gesamterzeugung ausmachten, was den anhaltenden Trend hin zu saubererer Energie unterstreicht. Der Stromverbrauch stieg im Berichtszeitraum um 3,8 % auf 83.143 GWh. Die Haushalte blieben mit einem Anteil von 47,5 Prozent am gesamten Stromverbrauch die größten Verbraucher, während die Industrienachfrage zunahm und ihr Anteil auf 31,5 Prozent stieg. Im Gegensatz dazu ging der Stromverbrauch im Agrarsektor stark um 42,3 Prozent zurück, ein Rückgang, der laut Umfrage auf die zunehmende Verbreitung solarbetriebener Alternativen und veränderte Bewässerungspraktiken zurückzuführen ist. Das Private Power and Infrastructure Board (PPIB) zog weiterhin Investitionen in den Sektor an und ermöglichte die Entwicklung von mehr als 102 unabhängigen Stromerzeugern (IPPs) mit einer Gesamtkapazität von über 25.800 MW. Diese Projekte haben über 35 Milliarden US-Dollar an ausländischen Investitionen in das Land gebracht. Zu den bemerkenswerten Entwicklungen im abgelaufenen Geschäftsjahr gehörte ein 32-MW-Bagasse-Kraftwerk, das im Oktober 2025 den kommerziellen Betrieb aufnahm. Außerdem wurden die Arbeiten an einem 100-MW-Solarprojekt in Gilgit-Baltistan, einem 40-MW-Stromprojekt in Gwadar, der Solarisierung der Wasserinfrastruktur in der Hafenstadt und der Installation von Solarsystemen in 397 Gesundheitseinrichtungen im ganzen Land fortgesetzt. Die Umfrage ergab, dass Thar-Kohle weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Energiesicherheitsstrategie Pakistans bleibt. Derzeit sind fünf Thar-Kohlekraftwerksprojekte mit einer Gesamtkapazität von 3.300 MW in Betrieb, während in großen Kraftwerken, die im Rahmen des China-Pakistan Economic Corridor (CPEC) errichtet wurden, Anstrengungen unternommen werden, importierte Kohle durch einheimische Thar-Kohle zu ersetzen. Kernkraft: Pakistans sechs in Betrieb befindliche Kernkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 3.530 MW erzeugten in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 mehr als 17.133 GWh Strom. Der Umfrage zufolge trägt die Kernenergie dazu bei, jährlich schätzungsweise 16 bis 18 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen zu vermeiden. Auch der Bau des 1.200-MW-Kernkraftwerks Chashma-5 schreitet voran und wird voraussichtlich bis 2030/31 abgeschlossen sein. Gassektor: Einheimisches Erdgas spielte im Geschäftsjahr 2026 weiterhin eine bedeutende Rolle im Energiekorb Pakistans und trug 29,3 Prozent zum Primärenergiemix des Landes bei, obwohl das Land angesichts sinkender inländischer Reserven weiterhin stark von importiertem Flüssigerdgas (LNG) abhängig blieb. Der Umfrage zufolge lag der durchschnittliche Gasverbrauch im Juli-März-Geschäftsjahr 26 bei 2.929 Millionen Kubikfuß pro Tag (mmcfd), einschließlich 613 mmcfd importiertem wiedervergastem Flüssigerdgas (RLNG). Trotz schwindender einheimischer Lieferungen bauten die Gasversorger ihre Netze aus und stellten in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres mehr als 149.000 neue Anschlüsse bereit. In der Umfrage wurde festgestellt, dass Pakistan weiterhin auf importiertes LNG angewiesen ist und die inländischen Gasfelder weiterhin einen Produktionsrückgang verzeichnen, was die Besorgnis über die langfristige Energiesicherheit und Importabhängigkeit verstärkt. LPG-Sektor: Auch der Bereich Flüssiggas (LPG) verzeichnete Zuwächse und erreichte im Berichtszeitraum ein Gesamtangebot von rund 1,97 Millionen Tonnen. In Pakistan gibt es derzeit 11 LPG-Hersteller, 382 Vertriebsunternehmen und etwa 6.200 autorisierte Händler. Im Berichtszeitraum wurden Investitionen im Wert von fast 10,36 Milliarden Rupien in die LPG-Infrastruktur getätigt, was die Bemühungen zur Stärkung der Lieferketten und zur Verbesserung des Zugangs zu saubereren Kraftstoffen widerspiegelt. Kohleverbrauch: Der Kohleverbrauch stieg auf 21,4 Mio. Tonnen, was vor allem auf den Energiesektor zurückzuführen ist. Die Stromerzeugung machte 59,6 Prozent des gesamten Kohleverbrauchs aus, was die anhaltende Bedeutung des Brennstoffs im Strommix des Landes unterstreicht. Ziegelöfen verbrauchten 20,8 Prozent der gesamten Kohleversorgung, während Zementhersteller und andere Industrien die restlichen 19,6 Prozent ausmachten. Veröffentlicht in Dawn, 12. Juni 2026