• Nationale Umfragen zeigen, dass sie einen bescheidenen Vorsprung gegenüber den Republikanern haben • Der Kongress dient als Kontrolle der Befugnisse des Präsidenten WASHINGTON: Nationale Umfragen deuten darauf hin, dass die Demokraten vor den US-Zwischenwahlen 2026 einen bescheidenen Vorteil gegenüber den Republikanern haben, ein Wettbewerb, der die Fähigkeit von Präsident Donald Trump, seine Agenda in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit voranzutreiben, erheblich beeinträchtigen könnte. Eine am Sonntag von der New York Times veröffentlichte Zusammenstellung aktueller allgemeiner Kongressabstimmungsumfragen zeigt, dass die Demokraten in den meisten landesweiten Umfragen mit einem Vorsprung von einem bis sechs Prozentpunkten führen, wobei eine Umfrage einen größeren Vorsprung der Demokraten ergab. Bei der allgemeinen Abstimmung werden die Wähler gefragt, welche Partei sie für den Kongress unterstützen würden, ohne konkrete Kandidaten zu benennen. Nach Angaben der überparteilichen US Vote Foundation finden Zwischenwahlen in der Mitte der vierjährigen Amtszeit eines Präsidenten statt. Im Jahr 2026 werden die Wähler alle 435 Mitglieder des US-Repräsentantenhauses und 35 Mitglieder des 100 Sitze umfassenden Senats wählen. „Die Zusammensetzung des Kongresses und die Frage, welche Partei im Kongress die größere Macht hat, Gesetze zu erlassen und zu entscheiden, ob sie die Maßnahmen des Präsidenten unterstützt, ändert oder ablehnt, wird großen Einfluss auf den Präsidenten und den Erfolg seiner Regierung haben“, stellte die Stiftung fest. Leistungsstarker Check Der Kongress bildet die Legislative der US-Regierung und dient als wirksame Kontrolle der Autorität des Präsidenten. Ein von der Oppositionspartei kontrollierter Kongress kann Gesetze blockieren, Untersuchungen einleiten und es einem Präsidenten erschweren, Richtlinien umzusetzen. In der Vergangenheit waren Zwischenwahlen für amtierende Präsidenten oft schwierig. Die US Vote Foundation stellte fest, dass „Wähler in der Regel Veränderungen wünschen und die Partei des Präsidenten daher bei Zwischenwahlen zum Repräsentantenhaus in der Regel an Boden verliert“. Nach Angaben der Organisation geschah dies bei 20 der letzten 22 Zwischenwahlen. Aktuelle Umfragen könnten dieses historische Muster widerspiegeln. Die Zustimmungswerte für die Arbeit von Präsident Trump bleiben im historischen Vergleich schwach. Der Umfragedurchschnitt der New York Times zeigt 38 Prozent Zustimmung und 58 Prozent Ablehnung, während der Economist/YouGov-Durchschnitt seine Zustimmungsrate bei 35 Prozent und die Ablehnung bei 60 Prozent beziffert. Politikwissenschaftler beobachten seit langem einen starken Zusammenhang zwischen der Popularität des Präsidenten und den Ergebnissen der Zwischenwahlen. Auch die Wahlen 2026 finden vor dem Hintergrund einer zunehmend hitzigen Debatte über den Zustand der amerikanischen Demokratie statt. Analysten sagen, dass die öffentliche Reaktion auf die Innen- und Außenpolitik der Regierung, einschließlich der Folgen des Konflikts mit dem Iran, die Stimmung der Wähler beeinflussen und Wahlentscheidungen beeinflussen könnte. Die Washington Post berichtete kürzlich, dass die Trump-Regierung mehrere umstrittene Maßnahmen ergriffen habe, darunter Versuche, die Kongressbezirke in einigen Bundesstaaten neu zu bestimmen, Änderungen an Abstimmungsverfahren und die Strafverfolgung politischer Gegner. Faire Wahlkarten Zu den Gruppen, die Bedenken äußern, gehört das Campaign Legal Center (CLC), eine in Washington ansässige gemeinnützige Organisation, die sich für Stimmrechte und faire Wahlkarten einsetzt. „Unsere Demokratie ist in Gefahr“, warnte der CLC. „Indem wir die Wahlfreiheit schützen und für faire Karten und transparente Wahlen kämpfen, können wir sicherstellen, dass unser demokratisches System widerstandsfähig bleibt. Die Zukunft unserer Wahlen hängt von den Maßnahmen ab, die wir heute ergreifen.“ Ein weiterer Faktor, der den Kampf um die Kontrolle über das Repräsentantenhaus prägt, ist die Karte des Kongresses, die bei den Wahlen 2026 verwendet wird. Da die Sitze im Repräsentantenhaus Bezirk für Bezirk und nicht nach der landesweiten Volksabstimmung vergeben werden, können Bezirksgrenzen Einfluss darauf haben, welche Partei die Mehrheit erhält, selbst wenn die Gesamtstimmenzahl auf nationaler Ebene nahe beieinander bleibt. Das hat zur Folge, dass ein Vorsprung der Demokraten in landesweiten Umfragen nicht automatisch zu einer Mehrheit im Repräsentantenhaus führt. Analysten stellen fest, dass die Kontrolle über die Kammer wahrscheinlich in einer relativ kleinen Anzahl von Wettbewerbsbezirken entschieden wird, in denen lokale Themen, die Qualität der Kandidaten und die Wahlbeteiligung oft ebenso wichtig sind wie nationale politische Trends. Weniger als fünf Monate vor den Wahlen könnte sich die politische Landschaft noch erheblich verändern. Wirtschaftsbedingungen, internationale Krisen, Zustimmungsraten des Präsidenten und Wahlbeteiligung werden das Endergebnis beeinflussen. Vorerst deuten die ersten Indikatoren jedoch auf ein bekanntes Muster in der amerikanischen Politik hin: ein unpopulärer Präsident, eine erstarkte Oppositionspartei und eine Zwischenwahl, die das Machtgleichgewicht in Washington verändern könnte. Veröffentlicht in Dawn, 8. Juni 2026